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Voll singenden Feuers

Gedenkjahr 2019 zu Silja Walters 100. Geburtstag
 

Silja Walter war eine Schriftstellerin und Dichterin von ausserordentlicher Vitalität und zeitloser Schaffenskraft. Für ihr himmlisches Werk mit irdischer Bodenhaftung erhielt sie zahlreiche Ehrungen im Literatur- und Kulturbereich. Silja Walter oder Schwester Maria
Hedwig verstarb am 31. Januar 2011 im Kloster Fahr. Geboren am 23. April 1919, jährt sich ihr Geburtstag 2019 zum 100. Mal.


«Voll singenden Feuers – das war der faszinierende Eindruck, als ich Schwester Maria Hedwig erstmals im Sprechzimmer des Fahrer Priorats begegnete. Mein Ersteindruck hat sich in den bald vierzig Jahren unserer Bekanntschaft stets aufs Neue bestätigt», schrieb der
Max Röthlisberger, Dozent für Pädagogik, in der Festgabe für Silja Walter zu deren 90. Geburtstag und meinte weiter: «Nach anfänglichem Verstummen beim Eintritt ins Kloster hat Silja Walter das Wort gefunden, das die Welt zum Singen bringt.» Lyrik, Prosabände, Festspiele, Oratorien und wichtige theologische Texte: Das Werk von Silja Walter inspiriert noch heute und ist durch Theater, Tanz, Lesung, Gespräch oder kirchliches Feiern
mannigfaltig lebendig. «Voll singenden Feuers» wurde darum zum Leitsatz der Gedenkakzente für die «schreibende Nonne», wie sie sich selber nannte.

Ins Wort geboren

Silja (Cécile, Cily) Walter wurde am 23. April 1919 als zweites von neun Kindern in Rickenbach bei Olten (SO) in die Kammmacher-Dynastie und Verlegerfamilie Walter
hineingeboren. Sie besuchte das Lehrerinnenseminar in Menzingen. Das anschliessende Literaturstudium in Fribourg und später in Basel musste sie wegen einer Lungenerkrankung unterbrechen und schliesslich abbrechen. Noch während der Zeit ihrer Erkrankung erschien 1944 «Die ersten Gedichte». «Der Seidelbast» aus diesen ersten Gedichten ist noch heute eines der gefragtesten Gedichte auf Internet-Lyrik-Seiten. Silja Walters Arbeit in der Blauring-Zentrale bot ihr Gelegenheit, Theaterstücke zu schreiben und aufzuführen.

Benediktinerin im Kloster Fahr

Nach einem Berufungserlebnis 1947 am Schwarzsee bei Zermatt trat Silja Walter im März 1948 in das Benediktinerinnenpriorat Kloster Fahr ein. Hier legte sie am 11. Oktober 1949 ihre ersten Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Schwester Maria Hedwig. Nach Jahren
des nicht einfachen Einlebens im Kloster begann sie intensiver zu schreiben. So deutete sie beispielsweise in ihrem Werk «Der Tanz des Gehorsams oder die Strohmatte» ihre monastische Lebensform literarisch. In verschiedenen weiteren Werken thematisierte und
meditierte Schwester Hedwig ihre Erfahrungen mit der Benediktsregel. Mit dem Schauspiel «Jan, der Verrückte» schrieb sie erstmals ein Schauspiel für Berufstheater.

Zwischen ringen und melden

1982 führte ein Radiogespräch sie nach längerer Schweigezeit wieder mit ihrem Bruder und Schriftsteller Otto F. Walter zusammen; der entsprechende Gesprächsband «Eine Insel finden» wurde ein Bestseller. In der Folge entstanden zahlreiche weitere Schriften. Viele
ihrer Texte inspirierten Komponisten und Musiker. Ihre Kindheitserinnerungen «Der Wolkenbaum. Meine Kindheit im alten Haus» sind ein erster literarischer Ansatz als Teil ihrer Autobiografie. Ein wichtiges Thema war für die Schwester Maria Hedwig stets, wie sie in Gottes Gegenwart leben und das Berufungserlebnis lebendig halten konnte. Während eines Sabbatjahres setzte sie ihre Ideen auch mit Pastellkreiden in Bildern um. Im 2008 verfasste Silja Walter ihre literarische Autobiografie «Das dreifarbene Meer». Darin blickt die 90-Jährige auf ihr Leben zurück – ein Leben im Spannungsfeld zwischen persönlichem Glaube,
klösterlicher Disziplin und künstlerischem Schaffen. In ihrem letzten Buch «Der Kamm der Queen» kehrt sie zu ihren Wurzeln, der über Generationen vom Kamm geprägten Walter-Familie, zurück. Darin enthalten der Satz: «Im Geheimnis des Anfangs stehen, im Geheimnis
der Welt stehen ist auf jeden Fall, worüber ich schreiben muss, auch wenn es sich dabei um ein Geheimnis handelt und ich noch nicht weiss, was und wie ich darüber schreiben soll» – eine Aussage, bezeichnend für ihren ganzen Lebens– und Wirkensweg.

Silja Walter vielfältig begegnen

Das Gedenken an Silja Walter findet in Anlehnung an ihren 100. Geburtstag ab Ostern 2019 statt. «Dein Leben will singen» – Ostertage mit Barbara Kolberg; Silja-Tag mit «Ich habe den Himmel gegessen» – einer Theater- und Musikproduktion als Reise ins Innere von Silja Walter mit Christine Lather und Felix Huber; Stafettengespräche an den Abenden des 24., 25. und 26. April – «Persönliche Perlen aus der Begegnung mit Silja Walter» mit Schauspielerin Christine Lather, Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr, Freddy Allemann, Schriftsteller, Performer und Cousin von Silja Walter sowie Ulrike Wolitz, Theologin und Herausgeberin des Gesamtwerks von Silja Walter. Die Gedenkwoche wird mit einem Festakt samt Einweihung des Silja Walter-Wegs abgerundet. Dieser zehnteilige, öffentliche Stationenweg auf dem Gelände des Klosters Fahr ist ein Geschenk der Römisch-Katholischen
und Reformierten Kirche im Aargau, der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Zürich sowie Katholisch Stadt Zürich, um die wohl meistgelesene christliche Lyrikerin des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum wieder ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit
zu bringen. pd

Medienkontakt

Priorin Irene Gassmann
Priorat
8109 Fahr
priorinkloster-fahr.ch | 043 455 10 40

Materialdownload zu Silja Walter 1919-2019 ab 31. Januar auf www.siljawalter.ch > Fusszeile Medien/Presse

Medienmitteilung als pdf

 
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